Unsere persönliche Geschichte

Ich habe ihr am Morgen „Tschüss“ gesagt. Am Abend war der Milchreis fertig. Es verging Stunde um Stunde. Ich rufe an, aber sie geht nicht ans Handy. Ich wollte ihr noch sagen: „Die Tulpen im AEZ waren nicht schön. Bring doch bitte welche aus dem Rewe mit.“ Wir haben uns immer gegenseitig Blumen mitgebracht. Ich bin unruhig. Ok… vielleicht kauft sie noch was ein. Ich geh raus und schiebe den Schnee von der Einfahrt. Mir wird heiß. Ich gehe rein und denke, wenn was passiert wäre, hätte mich doch jemand informiert. Ich stehe im Flur mit meinem kleinen Sohn im Arm und es klopft an der Tür. Jemand schreit: „Nehmen Sie den Hund weg.“ Ich bringe Happy, unseren Golden Retriever in das Büro und öffne die Tür. Zwei Polizisten kommen rein. Ich kann nicht hören, was sie sagen. Ich kann nicht denken. Ich bin jetzt hier in meinem Flur und etwas ist passiert. Mit voller Wucht reißt mich das Leben zu Boden. Es gibt Momente im Leben, da kann man nichts mehr sagen. Nur zittern und es ist ganz kalt und es bleibt ein warum…

Es war Blitzeis und sie schleuderte mit der Fahrerseite an einen Baum. Der Hubschrauber bringt sie ins Krankenhaus. Und ab nun wird alles anders – eine Wendung in meinem Leben, die nicht mehr aufgehört hat.

Mama hat schließlich fast ein Jahr im Krankenhaus gelegen. Abwechselnd von Reha wieder auf Intensivstation. Immer wieder Komplikationen aufgrund eines doppelten Schädelbasisbruches mit Infektion. Aber der Tag kam und ich konnte nicht anders. Ich kündigte meinen Job und holte Mama nach Hause. Sehr entschlossen aus tiefstem Herzen. Sie wog mittlerweile nur noch 37 kg und ich wusste, den nächsten Infekt würde sie wahrscheinlich nicht überstehen. Meine Tochter, mitten in der Pubertät, mein kleiner Sohn fast 3 Jahre. Meine Mama – sie konnte nichts mehr. Es sollte das Härteste werden in meinem Leben. Eine Herausforderung die ich nicht erahnt hatte. All inclusive aller Gefühle, die ein Mensch fühlen kann. 7 Tage die Woche, fast 24 Stunden. Aber angenommen und einfach treiben lassen, nicht nachdenken, Step by Step mit aller Liebe.

Kranke Mutter im Krankenhaus